Hessen muss Magnet für pharmazeutische Innovation bleiben

Trialog mit Politik und Verband der chemischen Industrie

06.11.2025

Starker Dialog für einen starken Standort: Im Rahmen eines gemeinsamen Gesprächs zwischen dem Hessischen Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD), Sula Lockl (Geschäftsführerin des Landesverbands Hessen im Verband der Chemischen Industrie e.V., VCI) sowie Richard Engelhard (Geschäftsführer Engelhard Arzneimittel) stand die Zukunftsfähigkeit des Wirtschafts- und Pharmastandortes Hessen im Mittelpunkt. Ziel des Austausches war es, aktuelle regulatorische Herausforderungen offen zu diskutieren und gemeinsame Ansätze zur Stärkung des Standortes und der Wettbewerbsfähigkeit zu entwickeln. Dabei stand vor allem die Frage im Fokus, wie regulatorische Anforderungen so gestaltet werden können, dass sie Innovationen, Forschung und Produktion am Standort Deutschland fördern – anstatt hemmend zu wirken. 

Forschungszulage:  
Innovationen fördern, Bürokratie im Blick behalten

Aspekte, die sich auch in der jüngst beschlossenen Erhöhung der steuerlichen Forschungszulage – diese bewertete Richard Engelhard als wichtiges Signal an den Mittelstand – widerspiegeln. Denn die Erhöhung ermöglicht es, langfristige Entwicklungsprojekte zu finanzieren und neue Therapiekonzepte schneller in die Anwendung zu bringen. Gleichzeitig stellte Richard Engelhard fest, dass Förderverfahren transparent bleiben müssten: „Sonst verpufft Innovationskraft in Verwaltungsaufwand“, so der Geschäftsführer. Ein wichtiger Punkt, den auch Sula Lockl unterstrich und darauf hinwies, dass dies nur gelinge, wenn Förderbedingungen generell praxisnäher und bürokratieärmer gestaltet würden.  

EU-Entscheidungen beeinflussen deutsche Wirtschaft

Nicht nur nationale Gesetze, auch europäische Verordnungen und Richtlinien beeinflussen maßgeblich die Rahmenbedingungen des hessischen Mittelstandes – und müssten daher, da waren sich die Gesprächsteilnehmer einig, auf ihre Verhältnismäßigkeit hin überprüft werden. Konkret ging es dabei um die Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie, die sowohl die Pharma- als auch die Kosmetikindustrie dazu verpflichtet, mindestens 80 Prozent der Kosten für die Einführung und den Betrieb einer vierten Reinigungsstufe in Kläranlagen zu tragen. Richard Engelhard begrüßte das politische Ziel, Umwelt- und Ressourcenschutz zu stärken, warnte aber vor einseitigen Belastungen: „Als Familienunternehmen stehen wir für Verantwortung und Qualität – und wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten. Doch Politik und Wirtschaft müssen gemeinsam Lösungen entwickeln, die tragbar, umsetzbar und vor allem fair verteilt sind.“ Das unterstützte auch Sula Lockl: „Wir sprechen hier von erheblichen Kosten und organisatorischen Belastungen für die Hersteller – und können nicht ausschließen, dass sich dies letztlich in einer generellen Gefährdung der Arzneimittelversorgung niederschlägt“, warnte sie. Auch der Wirtschaftsminister zeigte sich kritisch gegenüber der Novellierung und betonte die Notwendigkeit, die Belastungen für Unternehmen zu reduzieren. 

Gleiches gilt für das laufende Verfahren zur Ethanol-Neueinstufung auf EU-Ebene: Eine Klassifizierung dieses zentralen Wirkstoffs als gesundheitsgefährdender CRM-Stoff* hätte gravierende Folgen für die gesamte Gesundheitsversorgung – und damit auch für die Patientensicherheit. Hier waren sich die Gesprächspartner einig, dass es wichtig sei, Verantwortung und Verhältnismäßigkeit in Einklang zu bringen. 

Austausch wichtig für Pharma-Standort Hessen 

Mit Formaten wie dem Trialog unterstreicht das familiengeführte Unternehmen Engelhard seine Rolle als starker Partner im Gesundheitssektor und als Stimme des Mittelstands in Hessen. „Wir forschen, entwickeln und produzieren hier in Hessen – und das aus Überzeugung“, betonte Richard Engelhard. Die tiefe regionale Verwurzelung des Unternehmens sowie sein Engagement würdigend, machte Kaweh Mansoori deutlich, dass eine zukunftsfähige Standortpolitik gemeinsames Engagement erfordert „Gesundheit made in Hessen bedeutet Verantwortung – für Patientinnen und Patienten ebenso wie für Arbeitsplätze und Umwelt. Deshalb ist es unser Anspruch, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit in der Pharmaindustrie so auszubalancieren, dass Versorgungssicherheit und Zukunftsfähigkeit Hand in Hand gehen.“

Ziel bleibt es, im offenen Austausch gemeinsam Wege zu finden, wie wirtschaftliche Stärke, ökologische Verantwortung und gesellschaftlicher Nutzen im Gleichgewicht bleiben können – für eine innovative, sichere und gesunde Zukunft in Deutschland. Denn eines ist zwingend notwendig: Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu stärken und damit ein Abwandern wertschöpfender Industrien ins Ausland zu verhindern. 

* Hierbei handelt es sich um Gefahrstoffe, die potenziell krebserregend (carcinogenic), erbgutverändernd (mutagen) und/oder fortpflanzungsgefährdend (reprotoxic) sind.  

Über Engelhard

Als einer der führenden Markenhersteller im OTC-Bereich erforscht und entwickelt Engelhard Markenarzneimittel aus Wirkstoffen, die zu den besten ihrer Klasse zählen. Das Ergebnis sind international führende Marken wie Prospan®, Sinolpan®, isla®, Tyrosur® und Velgastin® (www.engelhard.de//pflichtangaben-1) , die nach höchsten Qualitätsstandards in Deutschland hergestellt und in mehr als 100 Ländern vertrieben werden. Die Kernkompetenzen des 1872 aus einer Apotheke in Frankfurt heraus entstandenen Unternehmens liegen in den Bereichen Atemwegs- und Hauterkrankungen sowie Verdauungsprobleme. Dafür arbeiten mittlerweile mehr als 550 Mitarbeiter. Mehr Informationen finden Sie auf www.engelhard.de.

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