Kommt bald die Erkältungswelle?

Die Corona-Maßnahmen dämmen auch klassische Atemwegserkrankungen ein. Welche Folgen hat das mittelfristig auf die Immunabwehr? Eine Studie aus Hongkong weist auf eine mögliche Erkältungswelle in Folge erster Öffnungsschritte nach einem Lockdown hin.

Social Distancing, Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln sind die Mittel der Wahl gegen das Corona-Virus. Der positive Nebeneffekt: Auch Erreger von Atemwegserkrankungen und Grippe-Viren haben dadurch kaum eine Chance. So zählt das RKI derzeit weniger als 500 Influenza-Infizierte, während im März 2020 knapp über 145.000 Grippefälle zu verzeichnen waren (Stand: Kalenderwoche 13/2021). Auch Ärzte und Apotheker berichten von deutlich weniger Konsultationen und Beratungsanfragen aufgrund einfacher Atemwegsinfekte.

Für das Immunsystem bedeutet das zunächst weniger Arbeit. Doch der Kontakt zu Viren und Keimen spielt für die adaptive Immunabwehr eine wichtige Rolle, denn: Die adaptive Abwehr lernt erst durch den Kontakt mit Erregern, wie sie darauf reagieren muss und speichert die Information dann im sogenannten „immunologischen Gedächtnis“ ab. Dadurch kann das Immunsystem bei erneutem Kontakt mit bereits bekannten Erregern schneller und effektiver reagieren. Doch diese Immunreaktion findet aktuell nur noch selten statt – das Immunsystem befindet sich quasi im „Lockdown-Schlaf“.

Zusammenhänge zwischen Lockdown-Öffnungen und Anstieg von Atemwegsinfekten

Die mögliche Folge: Auf den Lockdown folgt eine Erkältungswelle. Dass dieses Szenario unter Umständen eintreten kann, zeigt eine aktuelle Studie aus Hongkong, die in der Fachzeitschrift „Emerging Infectious Diseases“ veröffentlicht wurde.1 Nach langem Lockdown wurden in Hongkong Schulen und Kindergärten wieder geöffnet und trotz anhaltender Hygienevorschriften wurden insgesamt 482 Atemwegsinfekte nachgewiesen, sodass die Einrichtungen wieder schließen mussten.

Auch in den USA hat ein Team aus Epidemiologen den Zusammenhang zwischen der Ausbreitung saisonaler Krankheiten und sogenannten Nichtpharmazeutische-Interventionen (kurz NPIs) – beispielsweise die aktuellen Corona-Regeln – näher betrachtet. Im Fokus standen hierbei die Grippe und das Respiratorische Synzytial-Virus, das insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern für Atemwegserkrankungen sorgt. Das Ergebnis: Je länger NPIs anhalten, desto höher ist die Anfälligkeit für Influenza- und Respiratorische-Synzytial-Viren und damit Infektionen.2 Allerdings beruhen diese Beobachtungen auf theoretischen Annahmen.

Auch Fachärzte sehen Ausbreitung viraler Infekte nach der Coronakrise

Über die Zeit nach der Coronakrise und damit verbundenen Öffnungen machen sich auch Ärzte wie Joachim Heisters, Facharzt für Innere Medizin Kamp-Lintfort, Gedanken: „Nach der langen Lockdown-Phase zieht es die Menschen wieder nach draußen, es finden wieder verstärkt soziale Kontakte statt. Ab dem Moment muss man einfach damit rechnen, dass sich auch einfache virale Infekte wieder stärker ausbreiten.“

Wie sich die Zeit nach dem Lockdown wirklich entwickelt, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Wenn wieder Normalität einkehrt, bleibt auch die ein oder andere Erkältung nicht aus. In diesem Fall empfehlen sich Halspastillen zur Befeuchtung sowie entzündungslindernde und abschwellende Präparate für die oberen Atemwege. Im Falle eines Erkältungshusten greift Heisters zudem – auch bei Erwachsenen – gerne auf leitliniengerechte Phytopharmaka wie Prospan® zurück.

 

Quellen

1. Fong, M W et al., Upper Respiratory Infections in Schools and Childcare Centers Reopening after COVID-19 Dismissals, Hong Kong. Emerg Infect Dis. 2021; 27(5), DOI: 10.3201/eid2705.210277.
2. Baker, R E et al., The impact of COVID-19 nonpharmaceutical interventions on the future dynamics of endemic infections. Proc Natl Acad Sci USA. 2020; 117(48): 30547-30553.
3. Lang, C et al., Planta Med 2015; 81: 968-974.
4. Schaefer, A et al., Pharmazie 2016; 71(9): 504–509.
5. Schaefer, A et al., Eur Resp J Open Res 2019, DOI: 10.1183/23120541.00019
6. Kardos, P et al.: Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin zur Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten. Pneumologie 2019, 23(03): 143–180.

 

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